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Microsoft beginnt, OpenAI in seinen eigenen Produkten zu ersetzen

Fakten · Einschätzung

Microsoft hat zwei hauseigene generative KI-Modelle in Microsoft Foundry eingebracht und gesagt, dass es begonnen hat, Arbeitslasten einschliesslich Bing Image Creator, Bildfunktionen in PowerPoint, Bildbearbeitung in OneDrive, Dynamics 365 Contact Center und Azure Voice Live von OpenAI-Modellen auf diese MAI-Modelle zu verlagern. Das Unternehmen sagte, die Umstellung habe die GPU-Kosten gegenüber GPT-Image-2 um bis zu 84% gesenkt.

Das dürfte weniger als ein weiterer Modellstart wichtig sein als als eine Beschaffungsentscheidung innerhalb von Microsoft selbst. Wenn Microsoft namentlich genannte, nutzerseitige Dienste von OpenAI weg und auf eigene Modelle verlagert, scheint das darauf hinzudeuten, dass das Modellangebot innerhalb einer grossen Plattform austauschbar wird, sobald die Qualität gut genug ist und die Betriebskosten weit genug sinken. Diese Lesart dürfte den Druck auf OpenAI an dem einen Ort verschärfen, an dem seine Position einst am sichersten aussah: innerhalb von Microsofts eigenem Bestand.

Der Schritt scheint zudem zu verändern, was «KI bei Microsoft» für Kunden bedeutet. Wenn das Unternehmen die Modellebene unter Produkten wie PowerPoint, OneDrive und Dynamics austauschen kann, während die Anwendung an Ort und Stelle bleibt, dürfte die Kundenbeziehung noch stärker bei Distribution, Workflow und Cloud-Kontrolle liegen als bei der Bindung an einen einzelnen Modellanbieter. Codeberg hat seine Bedingungen separat geändert, um die Nutzung seiner Dienste und seines gehosteten Codes als Trainingsdaten für generative KI zu verbieten und um den Ausschluss von KI-generierten Massenprojekten zu erlauben, unter Verweis auf die Last durch KI-Crawler sowie den Energie- und Hardwarebedarf grosser Sprachmodelle. Das dürfte denselben Markt von der anderen Seite zeigen: Je mehr Wert in Anwendungen und Plattformen verschoben wird, desto expliziter wird der Streit darüber, wer Daten und Rechenressourcen entnehmen darf.

Belege
  • 2026-07-23 Microsoft launched its in-house generative AI models MAI-Image-2.5-Pro and MAI-Voice-2-Flash on Microsoft Foundry and began migrating workloads such as Bing Image Creator, PowerPoint image features, OneDrive image editing, Dynamics 365 Contact Center and Azure Voice Live from OpenAI models to these MAI models, reporting GPU cost reductions of up to 84% versus GPT-Image-2. techcommunity.microsoft.com
  • 2026-07-23 Codeberg e.V. updated its terms of use to prohibit using its services and hosted code as training data for generative AI or large language models and to allow exclusion of repositories that are largely autogenerated by AI agents or consume excessive resources, citing heavy load from AI crawlers and the energy and hardware demands of LLMs. heise.de