Quartals-Snapshot · Q2 2026

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Juni 2025: Copilot wird zur Agenten-Plattform

Microsoft schob seinen Copilot-Stack im Juni weiter von Assistentenfunktionen zu verwalteten Agenten: GitHub Copilot erhielt einen Coding-Agenten, und Microsoft 365 Copilot bekam im Admin Center Bestandsverwaltung, Deployment-Kontrollen und Abrechnungsrichtlinien für Agenten. Zugleich meldete ein Regierungstest mit 20'000 Mitarbeitenden durchschnittlich 26 Minuten Zeitersparnis pro Tag mit Microsoft 365 Copilot. Satya Nadella sagte zudem, die Partnerschaft mit OpenAI entwickle sich weiter, liefere aber weiterhin Wert.

Juli 2025: Mehr Belege, mehr Ausgaben, mehr Agenten

Microsoft verband im Juli Produktausbau, Unternehmenseinsatz und Infrastruktursignal: Edge startete Copilot Mode, Copilot Studio erhielt NLU+ Training und Microsoft Fabric Data Agents, und Security Copilot in Intune und Entra erreichte General Availability. Erstmals wurde der Azure-Umsatz mit über $75B für fiscal 2025 offengelegt, während Microsoft für das nächste Quartal Ausgaben von über $30B für AI data centers plante. Gleichzeitig meldeten Berichte, dass AI hyperscalers im Q1 über $80B ausgaben und ihre 2025 capex guidance auf $300B anhoben.

August 2025: GPT-5 wird sofort in Microsofts Stack verteilt

Der August wurde durch den Start von GPT-5 geprägt: OpenAI stellte GPT-5 am 2025-08-07 vor, und Microsoft machte das Modell danach in Azure AI Foundry allgemein verfügbar und integrierte es in Copilot auf Web, Windows, Mac und Mobile. Microsoft betonte zudem praktische Einsätze agentischer AI mit dem Scout AI agent pilot der UNSW und der mehrjährigen NFL-Erweiterung für Copilot und Azure AI im Sideline-Betrieb. Gleichzeitig blieb der Wettbewerbs- und Infrastrukturdruck hoch, unter anderem mit starken Zahlen von AMD und NVIDIA.

September 2025: Mehr offene Standards und mehr Modellwahl

Microsoft baute seinen AI-Stack im September stärker auf Enterprise-Agenten aus: Azure AI Foundry übernahm die offenen Standards MCP und A2A, veröffentlichte eine Trust-Architektur für sichere Agenten und Copilot Studio erhielt Computer Use in Public Preview. Microsoft 365 Copilot rückte näher an workflow-nahe Agenten und unterstützte in Researcher und Copilot Studio neben OpenAI-Modellen auch Anthropic Claude Sonnet 4 und Opus 4.1. Laut Aussagen des AI-Chefs plante Microsoft zudem erhebliche Investitionen in eigene Compute-Cluster für proprietäre AI-Modelle.

Oktober 2025: Viel Nachfrage, aber Azure bleibt knapp

Microsoft meldete für Q1 FY26 cloud revenue von $49.1B, plus 26% gegenüber dem Vorjahr, und Microsoft 365 Commercial cloud revenue wuchs um 17%; laut Earnings trug Copilot zum revenue per user growth bei. Gleichzeitig hiess es in Berichten, Azure leide trotz $34.9B capex in Q1 weiter unter Kapazitätsengpässen, und Knappheit könnte neue Subscriptions bis 2026 begrenzen. Zudem unterzeichneten Microsoft und OpenAI eine definitive Vereinbarung, die laut Microsoft den Anteil von Microsoft bei einer Bewertung von $135B erhöhte und model IP rights bis 2032 verlängerte.

November 2025: Globale Expansion trifft auf offene ROI-Fragen

Microsoft verband im November Ausbau von AI-Kapazität, Enterprise-Positionierung und geopolitische Reichweite: Das Unternehmen sagte $15.2B in den UAE zu, darunter $4.6B für AI- und Cloud-Datacenter sowie GPU-Lizenzen für 21,500 Nvidia GPUs. An der Ignite erklärte Microsoft, dass mehr als 90% der Fortune 500 Microsoft 365 Copilot nutzen. Gleichzeitig beschrieben IT-Käufer laut Berichten eine gemischte Copilot-Nutzung, teils reduzierte Lizenzen und unklaren ROI.

Dezember 2025: Microsoft monetarisiert Copilot und baut Kapazität aus

Microsoft weitete im Dezember die kommerzielle Verpackung von Copilot und Microsoft 365 aus: Für SMBs startete Microsoft 365 Copilot Business zu $21/user/mo mit 15% Einführungsrabatt, und ab Juli 2026 sollen AI-, Security- und Management-Funktionen mit einem Preisupdate in Microsoft 365 einfliessen. Parallel sagte Microsoft CAD19B in Kanada für 2023-2027 und US$17.5B in Indien für 2026-2029 zum Ausbau von AI- und Cloud-Infrastruktur zu. In Foundry stellte Microsoft zudem Anthropic Claude Sonnet und Claude Opus neben OpenAI-Modellen bereit.

Januar 2026: Rekordausgaben für AI-Infrastruktur

Microsofts Januar war von Infrastrukturgrösse geprägt: Microsoft Cloud revenue stieg um 26% auf $51.5B, remaining performance obligations sprangen um 110% auf $625B, und capex erreichte laut separater Berichterstattung $37.5B in Q2 FY2026. Die Azure-Guidance lag bei 37 - 38% Wachstum, zugleich bei anhaltenden Kapazitätsengpässen. Microsoft lancierte zudem den Maia 200 für AI inference, der laut Angaben 10 PFLOPS bei 4-bit und 5 PFLOPS bei 8-bit erreicht.

Februar 2026: Breiter Ausbau, aber ein Vertrauensproblem

Microsoft weitete seinen Enterprise-AI-Vorstoss im Februar über Arbeitsplatz-, Branchen- und Public-Sector-Szenarien aus, unter anderem mit Westpac und 35'000 Mitarbeitenden, Wesfarmers, dem Manchester NHS sowie neuen Programmen in Singapur. Gleichzeitig schloss sich Microsoft mit 16 Unternehmen der Trusted Tech Alliance an, und Microsoft Sovereign Cloud erhielt Foundry Local für grosse Modelle im Offline-Betrieb in souveränen Umgebungen. Ein Rückschlag kam durch einen gemeldeten Microsoft 365 Copilot-Fehler, bei dem die AI trotz DLP-Richtlinien auf vertrauliche E-Mails zugreifen konnte.

März 2026: Copilot wird als Suite verpackt

Microsoft bündelte im März seine AI-Angebote stärker für Unternehmen: Mit der Microsoft 365 E7 Frontier Suite kombinierte das Unternehmen Copilot, Agent 365 und M365 E5 mit einheitlicher Security, Governance und eingebetteten AI-Agenten; laut Berichten kostete Microsoft 365 E7 with Copilot $99/user/mo. Gleichzeitig blieb Copilot Business bei $21/user/mo, ausgewählte Bundles wurden bis 30. Juni 2026 mit bis zu 35% Rabatt angeboten, und ab 1. Juli signalisierte Microsoft eine Preiserhöhung. Parallel investierte Microsoft weiter in Infrastruktur, etwa mit Support für NVIDIA Vera Rubin NVL72 in Azure inferencing und dem gesicherten 700MW Abilene data center.

April 2026: Weniger Exklusivität mit OpenAI

Microsoft verbreiterte im April seinen AI-Stack mit MAI-Transcribe-1, MAI-Voice-1 und MAI-Image-2 in Foundry public preview; später kam MAI-Image-2-Efficient hinzu, laut Unternehmen 22% schneller und 4x GPU-effizienter. Zugleich wurde die Beziehung zu OpenAI neu geordnet: Microsoft erklärte, dass ein neuer Deal die exklusive OpenAI-Lizenz und Microsofts Umsatzbeteiligung an OpenAI beendet und Multi-Cloud-Hosting erlaubt. Ende Monat erhielt Microsoft 365 Copilot in Word zudem eine Claude-Modelloption neben GPT.

Mai 2026: Microsoft ordnet Copilot für den Unternehmenseinsatz

Microsofts wichtigste Schritte im Mai betrafen Verpackung und Nutzbarkeit: Microsoft 365 E7 und Agent 365 wurden allgemein verfügbar und vereinten Copilot-Lizenzierung und Governance, während Copilot plugin support ab 12. Mai Third-Party-Integrationen ermöglichte. Mit Copilot Cowork auf Desktop und Mobile weitete Microsoft Agenten-Workflows über Geräte hinweg aus. Auf Azure-Seite stellte Microsoft Azure Cosmos DB für AI workloads heraus, mit Fokus auf flexible Daten, schnelle Iteration und semantic search.

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